Auf einen Blick
- Ein Loch von 1 mm verliert bei 6 bar rund 1,2 Liter Luft pro Sekunde – rund um die Uhr, solange das Netz unter Druck steht.
- Die Verlustmenge wächst mit dem Quadrat des Durchmessers: 3 mm verlieren neunmal so viel wie 1 mm.
- In vielen Betrieben entweicht ein Viertel bis ein Drittel der erzeugten Druckluft durch Leckagen.
- Ein Bar weniger Netzdruck senkt den Energiebedarf spürbar – und jede Leckage verliert weniger.
Der Leckage-Rechner
Tragen Sie ein, wie viele Leckagen welcher Größe Sie vermuten oder gefunden haben. Gerechnet wird ausschließlich in Ihrem Browser.
Gerechnet wird mit der Faustformel der Druckluftpraxis: Luftverlust je Loch = 1,2 l/s × (Durchmesser in mm)² × (Überdruck + 1) ÷ 7. Die Werte sind Richtwerte für runde, scharfkantige Öffnungen – echte Leckagen weichen ab, die Größenordnung stimmt.
Warum Druckluft so teuer ist
Ein Kompressor verwandelt Strom zum größten Teil in Wärme. Als nutzbare Arbeit am Werkzeug kommt je nach Anlage nur ein kleiner Bruchteil der eingesetzten Energie an. Über die Lebensdauer eines Kompressors machen die Stromkosten deshalb den weitaus größten Teil der Gesamtkosten aus – weit mehr als Anschaffung und Wartung.
Leckagen sind dabei der stille Verbraucher: Sie laufen in der Pause, nachts und am Wochenende, solange das Netz unter Druck steht. Und sie wachsen, weil Kupplungen verschleißen und Schläuche altern.
Faustwerte bei 6 bar
Gerechnet mit 6 kW je m³/min, 4 000 Stunden unter Druck und 0,20 € je kWh:
| Loch | Luftverlust | Leistung | Kosten im Jahr |
|---|---|---|---|
| 1 mm | 1,2 l/s | 0,4 kW | ≈ 350 € |
| 2 mm | 4,8 l/s | 1,7 kW | ≈ 1 400 € |
| 3 mm | 10,8 l/s | 3,9 kW | ≈ 3 100 € |
| 5 mm | 30 l/s | 10,8 kW | ≈ 8 600 € |
Ein 3-mm-Loch – so groß wie eine gerissene Schlauchschelle – kostet also im Jahr etwa so viel wie die Leasingraten eines kleinen Firmenwagens. Und selten bleibt es bei einem.
Leckagen messen – drei Wege
1. Lastlaufzeit am Wochenende
Alle Verbraucher aus, Netz unter Druck lassen, eine Stunde lang die Zeiten notieren, in denen der Kompressor auf Last läuft. Dann gilt: Leckagemenge = Liefermenge des Kompressors × Lastzeit ÷ Gesamtzeit. Läuft ein Kompressor mit 6 m³/min in einer Stunde 15 Minuten auf Last, verliert das Netz rund 1,5 m³/min.
2. Behälterentleerung
Netz und Behälter auf Druck bringen, Kompressor abschalten und die Zeit messen, bis der Druck um ein, zwei bar gefallen ist: Leckagemenge = Volumen von Behälter und Netz × Druckabfall ÷ Zeit (Volumen in m³, Druck in bar, Zeit in Minuten ergibt m³/min). Das Netzvolumen ist die Unbekannte – schätzen Sie es aus Rohrlänge und Durchmesser.
3. Ultraschall-Ortung
Ausströmende Luft erzeugt Ultraschall, den ein Ortungsgerät auch im Lärm der Halle hörbar macht. So finden Sie die einzelnen Stellen – markieren Sie jede mit einem Anhänger und dichten Sie in der Reihenfolge der Größe ab.
Wo Leckagen sitzen
- Schnellkupplungen und Steckverbinder – die häufigste Stelle überhaupt
- Schläuche, Schlauchschellen und Spiralschläuche an Arbeitsplätzen
- Wartungseinheiten, Filter, Druckregler und Öler
- Kondensatableiter, die offen hängen bleiben
- Gewinde, Flansche und Ventile an Maschinen
Dauerhaft dicht bleiben
- Einmal im Jahr orten – Leckagen kommen wieder, wenn niemand hinhört.
- Den Druck senken, wo es die Verbraucher zulassen: Jede Leckage verliert weniger, und der Kompressor braucht weniger Energie.
- Nachts und am Wochenende absperren, wo nichts läuft.
- Messen statt schätzen: Ein Druckluftzähler am Netzabgang zeigt den Grundverbrauch in den Pausen – steigt er, ist eine neue Leckage da.
Wie irot dabei hilft
Der Druckluftzähler Z 500 aus der Familie Zähler by irot misst den Verbrauch je Netz oder Halle und meldet einen steigenden Grundverbrauch, bevor er teuer wird – er ist in Entwicklung, Pilotgeräte sind anfragbar. Die Auswertung von Strom, Wasser, Wärme und Druckluft an einer Stelle steht als irot Energie auf dem Fahrplan.
Annahmen und Stand
- Luftverlust nach der Faustformel für kritische Ausströmung durch runde Öffnungen (1 mm, 6 bar ≈ 1,2 l/s), skaliert mit Fläche und absolutem Druck
- Spezifische Leistung und Strompreis als Eingaben – bitte mit den Werten Ihrer Anlage und Ihrer Stromrechnung rechnen
- Messverfahren (Lastlaufzeit, Behälterentleerung, Ultraschall) nach gängiger Praxis der Druckluft-Energieberatung
Richtwerte, keine Messung. Für eine belastbare Aussage über Ihr Netz messen Sie die Leckagemenge mit einem der beschriebenen Verfahren oder einem Druckluftzähler.